Til Schweiger mit Ernst-Lubitsch-Preis

© Henrik Jordan

Jürgen Vogel

spielte in "Kleine Haie" unter der Regie von Sönke Wortmann (Lubitsch-Preisträger 1995) den Tellerwäscher Ingo, der sich mit einem sehr skurrilen Auftritt an einer Schauspielschule bewirbt. Durch diese Rolle wurde er 1992 einem größeren Publikum bekannt. Der 1968 geborene Hamburger selbst besuchte nur einen Tag eine Schauspielschule, fühlte sich aber zu sehr eingezwängt und ging seinen eigenen Weg. Heute gehört der Wahlberliner zu den renommiertesten Schauspielern des Deutschen Films, wo er unter anderem in Tragikomödien wie "Das Leben ist eine Baustelle" von Wolfgang Becker und "Die Apothekerin" von Rainer Kaufmann überzeugte. Für die intensive Darstellung eines Vergewaltigers in Matthias Glasners "Der freie Wille" bekam er 2006 auf der Berlinale den Silbernen Bären. Nach dieser mehrfach preisgekrönten schauspielerischen Herausforderung suchte der Schauspieler einen Ausgleich und drehte anschließend gleich zwei Komödien hintereinander. In Sebastian Schippers "Ein Freund von mir" gibt Vogel den ausgelassenen Lebenskünstler, in Anno Sauls "Wo ist Fred?" einen gewieften Bauarbeiter, der dem von Til Schweiger (Lubitsch-Preisträger 2008) gespielten Kumpel aus der Patsche hilft.

Für beide Rollen wurde Vogel am 09. Februar 2007 während des Berlinale-Empfangs der Filmförderungsanstalt Medienboard Berlin-Brandenburg der Ernst-Lubitsch-Preis zuerkannt. Zur Veranstaltung kamen viele der früheren Lubitsch-Gewinner, u.a. Moritz Bleibtreu (1998), Helmut Dietl (1997), Tom Tykwer (1999), Erwin Keusch (1978), Sönke Wortmann (1995) und Robert van Ackeren (1973). In der Begründung wurde vor allem seine Vielseitigkeit gelobt: "Jürgen Vogel kann uns schockieren, uns zum Weinen und uns zum Lachen bringen." Dass er den Preis redlich verdient hat, konnte Vogel inzwischen immer wieder unter Beweis stellen, so unter anderem in der Tragikomödie "Boxhagener Platz" an der Seite von Michael Gwisdek (Lubitsch-Preisträger 2000) oder in der Satire "Hotel Lux" von Leander Haußmann (Lubitsch-Preisträger 2010).

 

Til Schweiger mit Ernst-Lubitsch-Preis

© X-Verleih

Ein Freund von mir

Karl (Daniel Brühl) und Hans (Jürgen Vogel) könnten unterschiedlicher nicht sein, als sie sich begegnen: Der verschlossene Karl fühlt sich von dem impulsiven Hans zugleich fasziniert und genervt. Als er dessen Freundin kennenlernt, ist Karl sofort verliebt. Gewissenwisse plagen ihn, während Hans einer Dreierbeziehung ganz offen gegenübersteht.

Sebastian Schippers außergewöhnliche Buddy-Komödie um Freundschaft und Liebe kam am 26. Oktober 2006 in die Kinos. Tom Tykwer produzierte den Film.

 

Til Schweiger mit Ernst-Lubitsch-Preis

© Walter Wehner / Wild Bunch

Wo ist Fred?

Um beim verzogenen Sohn seiner reichen Verlobten (Anja Kling) zu punkten, muss Bauarbeiter Fred (Til Schweiger) einen handsignierten Basketball vom Verein Alba Berlin ergattern. Gelingt ihm das nicht, platzt auch die geplante Hochzeit. Einzige Chance, um das schwierige Ziel zu erreichen: Die Tribüne für Behinderte. Kumpel Alex (Jürgen Vogel) hilft ihm, ein Handicap im Rollstuhl vorzutäuschen. Doch der Betrug hat Folgen und Fred landet in einem Behindertenheim.

Aus dem US-Drehbuch von Cinco Paul und Ken Daurio inszenierte Anno Saul eine freche Komödie, in der nicht über, sondern mit Behinderten gelacht wird. Nach dem Kinostart am 26. Oktober 2006 begeisterten sich über 800.000 Zuschauer über den Spaß, der voller Situationskomik und Slapstick steckt.