Peter Simonischek

© Simonischek mit Nikola Lubitsch - Stephanie von Becker

Peter Simonischek

sollte ursprünglich wie sein Vater in die Zahnmedizin gehen, doch sein Interesse für die Schauspielerei war größer und er schrieb sich heimlich an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz ein. Danach begann für den Österreicher eine bemerkenswerte Theaterkarriere. 1979 fand er an der Berliner Schaubühne eine künstlerische Heimat. 20 Jahre blieb er an der Spree, um sich anschließend dem Ensemble des Wiener Burgtheaters anzuschließen.

Vor die Filmkamera trat Simonischek anfangs nur selten. Nach ersten TV-Arbeiten kamen Auftritte in Kinoproduktionen wie „Der Berg“ (1990) oder „Krücke“ (1993). Am Theater feierte er mit „Jedermann“ (Salzburger Festspielen) sowie mit dem mehrfach ausgezeichneten Theaterstück „Kunst“ große Erfolge.

Eine große Filmkarriere blieb dem 1946 in Graz geborenen Schauspieler trotz Rollen in hochkarätigen Kinofilmen wie „Ludwig II“ (2012) oder „Rubinrot“ (2013) aber zunächst versagt. Erst 2016 wendete sich das Blatt mit „Toni Erdmann“. Die Tragikomödie wurde ein internationaler Überraschungshit und Simonischek ein gefeierter Filmstar, der mit dieser Rolle alle wichtigen Filmpreise abräumte.

Anlässlich des 125. Geburtstages von Ernst Lubitsch wurde ihm am 29. Januar 2017 im Babylon der Ernst-Lubitsch-Preis mit folgender Begründung überreicht: „Wenn Simonischek mit Scherzgebiss und Zottelperücke seiner Manager-Tochter auf Schritt und Tritt durch Bukarest folgt und dabei mit entwaffnend-naivem Charme das große Chaos bei den zombiegleichen Workaholics auslöst, ist das rührend komisch und bewegend tragisch zugleich.“

Die Laudatio hielt Christiane Paul, die in der Komödie „Die Welt der Wunderlichs“ (2016) von Dani Levy (Lubitsch-Preis 2005) seine Tochter spielte.

Zur Verleihung kamen außerdem Volker Schlöndorff, Monika Hansen, Dominic Raacke, Axel Milberg, David Bennent sowie die Lubitsch-Preisträger Douglas Wolfsperger (2003) und Ursela Monn (1985). Als Ehrengast gratulierte Nicola Lubitsch (siehe Foto oben), die Tochter von Ernst Lubitsch, die extra aus Los Angeles anreiste.

 

Toni Erdmann

© NFP marketing & distribution

Toni Erdmann

Musiklehrer Winfried Conradi (Peter Simonischek) hat sich von er seiner Tochter Ines (Sandra Hüller) entfremdet und reist ihr nach Bukarest nach. Die gestresste Unternehmensberaterin ist von ihm schnell genervt. Er verschwindet, taucht bei einem ihrer Geschäftsessen aber wieder auf. Mit falschen Zähnen und wilder Perücke stellt er sich als Toni Erdmann vor. Fortan verwickelt er seine Tochter immer wieder in peinliche Momente, bis es zum Eklat kommt...

Unter der feinfühligen Regie von Maren Ade verkörpert Simonischek einen alten Kauz mit Verkleidungstick, der nur vordergründig an manche Alter Egos von Loriot oder Hape Kerkeling erinnert, aber nie zu deren Karikatur verkommt. Das funktioniert, weil Sandra Hüller als spröde Karrierefrau den ebenso genial gespielten Gegenpart übernimmt. Bei seiner Premiere in Cannes begeisterte „Toni Erdmann“ sofort Kritik und Publikum. Kinostart war der 14. Juli 2016. „Toni Erdmann“ gewann auch beim Europäischen und Deutschen Filmpreis in den wichtigsten Kategorien (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Bester Hauptdarsteller).

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