Ernst Lubitsch Preis - Ernst Lubitsch Preis

Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst

Ernst-Lubitsch-Preisträger 2022

Am 29. Januar 2022 wäre Ernst Lubitsch (1892 – 1947) 130 Jahre alt geworden. Doch auch dieses Jahr ist es aufgrund der Pandemie nicht möglich, eine Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises zu veranstalten, der 1958 das erste Mal an Kurt Hoffmann („Die Wirtshaus im Spessart“) für die beste komödiantische Leistung in einem deutschsprachigen Kinofilm überreicht wurde.

Der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. nimmt den Geburtstag von Ernst Lubitsch nun zum Anlass, die Preisträger des nach ihm benannten Preises für 2022 zu verkünden. Die Wahl der Mitglieder fiel in diesem Jahr auf Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst für ihre komödiantische Leistung in der Tragikomödie „Contra“ von Regisseur Sönke Wortmann (Lubitsch-Preisträger 1995)

Christoph Maria Herbst ist darin in der Rolle des zynischen Hochschulprofessors Richard Pohl zu erleben, der die von Nilam Farooq gespielte Jura-Studentin Naima vor vollbesetztem Hörsaal rassistisch und sexistisch beleidigt. Doch dieses Mal ist es das eine Mal zu viel: das Video geht viral, landet beim Disziplinarausschuss und es gibt nur eine Chance, seinen Job an der Uni zu behalten, nämlich Naima als Mentor auf einen Debattierwettbewerb vorzubereiten. Die Abneigung auf beiden Seiten könnte nicht größer sein. Doch Naima hat einen Traum und Richard Pohl nun einmal diesen Auftrag.

Die beiden Charaktere, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, finden über die starken Reibungspunkte bald eine gemeinsame Diskussionsebene und es kommt zu einem explosiven Austausch auf Augenhöhe. Dabei kommen aktuelle Themen auf den Tisch, werden Vorurteile beleuchtet und Stereotypen hinterfragt. Mit großer Spielfreude duellieren sich beide Darsteller mit spitzen Wortgefechten und impulsivem Schlagabtausch – ganz in bester Lubitsch-Manier und zur Freude des Publikums.

„Contra“ wurde seit seinem Start am 28.Oktober 2021 von mehr als 800.000 Zuschauern gesehen und läuft noch immer erfolgreich in den Kinos.

Die feierliche Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preis in Anwesenheit von Nilam Farooq, Christoph Maria Herbst und vielen prominenten Gästen findet wegen der anhaltenden pandemischen Lage in diesem Jahr erst zu einem späteren Zeitpunkt in Berlin statt und wird vom Club der Filmjournalisten rechtzeitig bekanntgegeben.

 

 

 

Liebe Freunde des Ernst-Lubitsch-Preises,

der Vorstand des Clubs der Filmjournalisten Berlin e.V. möchte Stellung beziehen in einer Zeit, in der wir und unsere Mitglieder mit großer Sorge den sich schleichend wieder aufkeimenden und sich ausbreitenden Antisemitismus wahrnehmen. Und das nicht nur in unserem Land.

Ernst Lubitsch, dem zu Ehren seit 62 Jahren der nach ihm benannte Preis verliehen wird, war ein Deutscher, ein Berliner, ein Jude und einer der bedeutendsten Regisseure der Welt. Er war kein Verfolgter des NS-Regimes, weil er bereits 1922 nach Hollywood emigrierte, aber er drehte 1942 mit „To Be or Not to Be“ die wohl kühnste, weil auch komischste Abrechnung mit Hitler und seinen Schergen.

Dass die Nazis Millionen von Menschen vertrieben oder ermordeten, hat Deutschland damals – auch künstlerisch – arm gemacht. Mit der Eliminierung jüdischer Kunst und des einzigartigen jüdischen Humors wurde unserem Land und seinen Bewohnern etwas genommen, was maßgeblich dazu beigetragen hatte, dieses Land und seine Bewohner zu charakterisieren, zu profilieren.

Um diese Wunde in der Nachkriegszeit zu heilen, hat der großartige Regisseur Billy Wilder, selbst Jude, 1957 die Idee zum Ernst-Lubitsch-Preis gehabt. Denn der Humor ist eine starke Waffe, um gegen Menschenverachtung und Extremismus anzukämpfen. In einem Land ohne jüdische Kultur, ohne jüdischen Humor wäre es einfach nur traurig, da möchte man nicht leben.

Auch deshalb hat der Ernst-Lubitsch-Preis eine so große Bedeutung für die Kino-Landschaft und die Kultur im Allgemeinen. Er ist nicht nur ein Lebenspreis für das komödiantische Können hervorragender Künstler, sondern auch ein Zeichen der Aussöhnung und der Erinnerung, dass Menschen gut daran tun, gemeinsam zu lachen.

Freuen Sie sich mit uns auf den Ernst-Lubitsch-Preis 2021 und bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. verneigt sich traurig und dankbar vor einem der ganz großen deutschen Schauspieler: Michael Gwisdek.

Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen von unserem Preisträger – für Andreas Dresens „Nachtgestalten“ erhielt er im Jahr 2000 den Ernst-Lubitsch-Preis für seine darstellerische Leistung.

Wir werden den „Kundschafter des Friedens“, den lustigen, den tiefgründigen, den unvergleichlichen und einzigartigen Michael Gwisdek ehren und vermissen.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Der Club der Filmjournalisten e.V. trauert um einen der ganz großen Komödianten Deutschlands. Karl Dall (Foto: Mitte), der so gerne auch nochmal „was Seriöses“ gespielt hätte und sich gerade in Dreharbeiten befand, ist am 23. November mit 79 Jahren gestorben. Er hat sich von den Folgen eines Schlaganfalls nicht mehr erholt.

Für den Ernst Lubitsch Preis spielte er zwei Mal eine tragende Rolle: 1968 wirkte er im Ernst-Lubitsch-Preis-gekrönten „Quartett im Bett“ von Ulrich Schamoni mit und erst 2019 hielt er eine launige Laudatio auf unsere Preisträger Bjarne Mädel und Lars Eidinger. Wir werden Karl Dall vermissen und für immer ehren.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Henrik Jordan, seit vielen Jahren dem Club der Filmjournalisten eng verbunden und seit 2017 Mitglied, ist am 31. Dezember 2020 in den Vormittagsstunden verstorben. Wir kannten ihn als liebenswerten, gutgelaunten, hilfsbereiten und immer interessierten Menschen, der vor allem für unsere After-Show-Partys nach der Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises verantwortlich war. Wenn er auflegte, dann bebte die Tanzfläche.

Henrik war DJ und Fotograf, er liebte Filme und die Musik. Seine Partys waren legendär, seine Freunde waren ihm das Wichtigste. Sein Gespür für Musik und Menschen führte immer dazu, dass jeder tanzte und sich wohlfühlte. Und alle dachten, es würde immer so weitergehen …
Leider wurde er viel zu früh aus dem Leben gerissen. Wir werden unseren Freund schrecklich vermissen und nie vergessen!

Im Namen aller Mitglieder, der Vorstand
Dr. Martin Krug . Sabine Oelmann . Markus Tschiedert