Ernst Lubitsch Preis - Ernst Lubitsch Preis
Foto: Deutsche Kinemathek

Liebe Freunde des Ernst-Lubitsch-Preises,

der Vorstand des Clubs der Filmjournalisten Berlin e.V. möchte Stellung beziehen in einer Zeit, in der wir und unsere Mitglieder mit großer Sorge den sich schleichend wieder aufkeimenden und sich ausbreitenden Antisemitismus wahrnehmen. Und das nicht nur in unserem Land.

Ernst Lubitsch, dem zu Ehren seit 62 Jahren der nach ihm benannte Preis verliehen wird, war ein Deutscher, ein Berliner, ein Jude und einer der bedeutendsten Regisseure der Welt. Er war kein Verfolgter des NS-Regimes, weil er bereits 1922 nach Hollywood emigrierte, aber er drehte 1942 mit „To Be or Not to Be“ die wohl kühnste, weil auch komischste Abrechnung mit Hitler und seinen Schergen.

Dass die Nazis Millionen von Menschen vertrieben oder ermordeten, hat Deutschland damals – auch künstlerisch – arm gemacht. Mit der Eliminierung jüdischer Kunst und des einzigartigen jüdischen Humors wurde unserem Land und seinen Bewohnern etwas genommen, was maßgeblich dazu beigetragen hatte, dieses Land und seine Bewohner zu charakterisieren, zu profilieren.

Um diese Wunde in der Nachkriegszeit zu heilen, hat der großartige Regisseur Billy Wilder, selbst Jude, 1957 die Idee zum Ernst-Lubitsch-Preis gehabt. Denn der Humor ist eine starke Waffe, um gegen Menschenverachtung und Extremismus anzukämpfen. In einem Land ohne jüdische Kultur, ohne jüdischen Humor wäre es einfach nur traurig, da möchte man nicht leben.

Auch deshalb hat der Ernst-Lubitsch-Preis eine so große Bedeutung für die Kino-Landschaft und die Kultur im Allgemeinen. Er ist nicht nur ein Lebenspreis für das komödiantische Können hervorragender Künstler, sondern auch ein Zeichen der Aussöhnung und der Erinnerung, dass Menschen gut daran tun, gemeinsam zu lachen.

Freuen Sie sich mit uns auf den Ernst-Lubitsch-Preis 2021 und bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

 

Der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. verneigt sich traurig und dankbar vor einem der ganz großen deutschen Schauspieler: Michael Gwisdek. Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen von unserem Preisträger – für Andreas Dresens „Nachtgestalten“ erhielt er im Jahr 2000 den Ernst-Lubitsch-Preis für seine darstellerische Leistung. Wir werden den „Kundschafter des Friedens“, den lustigen, den tiefgründigen, den unvergleichlichen und einzigartigen Michael Gwisdek ehren und vermissen.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert