Ernst Lubitsch Preis - Ernst Lubitsch Preis

Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst

Ernst-Lubitsch-Preisträger 2022

Am 29. Januar 2022 wäre Ernst Lubitsch (1892 – 1947) 130 Jahre alt geworden. Doch auch im diesem Jahr ist musste die Verleihung des nach ihm benannten Preises aufgrund der Pandemie verschoben werden.

Der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. freut sich, nun endlich den Ersatztermin bekanntzugeben:

Die Verleihung findet am 23. August 2022 in den Abendstunden in der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm 225 statt.

Unsere diesjährigen Preisträger haben wir bereits am 29. Januar bekanntgegeben: Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst erhalten den Ernst-Lubitsch-Preis für ihr komödiantisches Zusammenspiel in der Tragikomödie „Contra“ von Regisseur Sönke Wortmann (Lubitsch-Preisträger 1995).

Christoph Maria Herbst ist darin in der Rolle des zynischen Hochschulprofessors Richard Pohl zu erleben, der die von Nilam Farooq gespielte Jura-Studentin Naima vor vollbesetztem Hörsaal rassistisch und sexistisch beleidigt. Doch dieses Mal ist es das eine Mal zu viel: das Video geht viral, landet beim Disziplinarausschuss und es gibt nur eine Chance, seinen Job an der Uni zu behalten, nämlich Naima als Mentor auf einen Debattierwettbewerb vorzubereiten. Die Abneigung auf beiden Seiten könnte nicht größer sein. Doch Naima hat einen Traum und Richard Pohl nun einmal diesen Auftrag.

Die beiden Charaktere, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, finden über die starken Reibungspunkte bald eine gemeinsame Diskussionsebene und es kommt zu einem explosiven Austausch auf Augenhöhe. Dabei kommen aktuelle Themen auf den Tisch, werden Vorurteile beleuchtet und Stereotypen hinterfragt. Mit großer Spielfreude duellieren sich beide Darsteller mit spitzen Wortgefechten und impulsivem Schlagabtausch – ganz in bester Lubitsch-Manier und zur Freude des Publikums.

„Contra“ wurde seit seinem Start am 28.Oktober 2021 von mehr als 800.000 Zuschauern gesehen und läuft noch immer erfolgreich in den Kinos.

Die feierliche Verleihung in Anwesenheit von Nilam Farooq, Christoph Maria Herbst und vielen prominenten Gästen wird erneut von unserem Hauptsponsor Audi City Berlin unterstützt.

>>> Mit „Schlussklappe“ fängt alles an – NewComerComedy-Regiepreis für Niclas Mehne<<<

Erstmals vergibt der Club der Filmjournalisten Berlin am 23. August zum Auftakt der Ernst-Lubitsch-Preisverleihung einen Nachwuchspreis: Der NewComerComedy Regiepreis, dotiert mit 4000 Euro und gestiftet von der Young Talent Foundation Berlin, für das beste Debüt einer abendfüllenden Komödie. Gewinner ist Niclas Mehne für „Schlussklappe“, der im Januar beim „Filmfestival Max Ophüls Preis“ seine Uraufführung hatte. Der zweckgebundene Preis soll von diesem Jahr fester Bestandteil der Ernst Lubitsch Preisverleihung sein.
Ein Volltreffer, denn der Film handelt von jungen Filmschaffenden, die mit ihrem Werk zum Max-Ophüls-Filmfestival  eingeladen werden und in allerlei Konflikte geraten. Daraus strikt Niclas Mehne situationskomische Momente, die mal witzig, mal kurios, aber immer geradeaus sind. Ein unverfälschter und selbstironischer Blick ins Milieu junger Filmfans, die ihren Träumen hinterher jagen und vom Leben überholt werden.  Alle, die an „Schlussklappe“ mitgewirkt haben, merkt man den Spaß an, den sie hier ausleben durften – angeleitet von Niclas Mehne, der als Regisseur und Drehbuchautor ein leidenschaftliches Talent für Timing und Tempo beweist und dabei einen erfrischenden, anrührenden und zugleich komischen Film realisiert hat.

SPECIAL SCREENING: „DIE KONSEQUENZ“ – EINMALIG IM KINO

In Anwesenheit von JÜRGEN PROCHNOW am 10. Juli 2022 in der Astor Film Lounge

„Die Konsequenz“ handelt von einem Schauspieler (Jürgen Prochnow), der im Gefängnis den Sohn des Aufsehers (Ernst Hannwald) kennen lernt und eine Liaison mit ihm beginnt. Der Anfang einer „verbotenen“ Liebe mit drastischen Folgen.

1977 war Homosexualität noch tabuisiert, als der Film im Fernsehen gezeigt wurde, verweigerte der Bayerische Rundfunk die Ausstrahlung und sendete ein Ersatzprogramm. Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Wolfgang Petersen brachten „Die Konsequenz“ daraufhin ins Kino, wo er zum Erfolg avancierte. Am 9. Juni erschien der Film erstmalig auf Blu-ray.

Einmalig kehrt das Drama nun auf die große Leinwand zurück. In Zusammenarbeit mit Croco Film, EuroVideo Medien, Astor Film Lounge und dem Club der Filmjournalisten Berlin e.V. findet am 10. Juli 2022 um 11 Uhr in der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm 225, 10719 Berlin eine Matinee statt.

Jürgen Prochnow wird an dem Tag persönlich anwesend sein und sich anschließend auf der Bühne den Fragen von Markus Tschiedert (Club der Filmjournalisten Berlin e.V.) stellen.

Kartenreservierung bitte unter https://berlin.premiumkino.de/film/die-konsequenz 

Matinee: „Einmal Ku’damm und zurück“ einmalig im Kino

In Anwesenheit von Ursela Monn am 19. Juni 2022 in der Astor Filmlounge

Eine Ost-West-Liebesgeschichte im Berlin der frühen 1980er Jahre, die auf einer wahren Begebenheit basiert. Hauptdarstellerin Ursela Monn wurde für ihre komödiantische Leistung mit dem Ernst Lubitsch-Preis 1985 ausgezeichnet.

Nun wird die Tragikomödie vom Club der Filmjournalisten Berlin e.V. am 19. Juni 2022 um 11 Uhr in der Astor Film Lounge am Kurfürstendamm 225, 10719 Berlin noch einmal auf der großen Leinwand vorgestellt.

Ursela Monn wird an dem Tag persönlich anwesend sein und sich anschließend auf der Bühne den Fragen von Markus Tschiedert (Club der Filmjournalisten Berlin e.V.) stellen.

Kartenreservierung bitte unter https://berlin.premiumkino.de/film/einmal-kudamm-und-zurueck

Liebe Freunde des Ernst-Lubitsch-Preises,

der Vorstand des Clubs der Filmjournalisten Berlin e.V. möchte Stellung beziehen in einer Zeit, in der wir und unsere Mitglieder mit großer Sorge den sich schleichend wieder aufkeimenden und sich ausbreitenden Antisemitismus wahrnehmen. Und das nicht nur in unserem Land.

Ernst Lubitsch, dem zu Ehren seit 62 Jahren der nach ihm benannte Preis verliehen wird, war ein Deutscher, ein Berliner, ein Jude und einer der bedeutendsten Regisseure der Welt. Er war kein Verfolgter des NS-Regimes, weil er bereits 1922 nach Hollywood emigrierte, aber er drehte 1942 mit „To Be or Not to Be“ die wohl kühnste, weil auch komischste Abrechnung mit Hitler und seinen Schergen.

Dass die Nazis Millionen von Menschen vertrieben oder ermordeten, hat Deutschland damals – auch künstlerisch – arm gemacht. Mit der Eliminierung jüdischer Kunst und des einzigartigen jüdischen Humors wurde unserem Land und seinen Bewohnern etwas genommen, was maßgeblich dazu beigetragen hatte, dieses Land und seine Bewohner zu charakterisieren, zu profilieren.

Um diese Wunde in der Nachkriegszeit zu heilen, hat der großartige Regisseur Billy Wilder, selbst Jude, 1957 die Idee zum Ernst-Lubitsch-Preis gehabt. Denn der Humor ist eine starke Waffe, um gegen Menschenverachtung und Extremismus anzukämpfen. In einem Land ohne jüdische Kultur, ohne jüdischen Humor wäre es einfach nur traurig, da möchte man nicht leben.

Auch deshalb hat der Ernst-Lubitsch-Preis eine so große Bedeutung für die Kino-Landschaft und die Kultur im Allgemeinen. Er ist nicht nur ein Lebenspreis für das komödiantische Können hervorragender Künstler, sondern auch ein Zeichen der Aussöhnung und der Erinnerung, dass Menschen gut daran tun, gemeinsam zu lachen.

Freuen Sie sich mit uns auf den Ernst-Lubitsch-Preis 2021 und bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. verneigt sich traurig und dankbar vor einem der ganz großen deutschen Schauspieler: Michael Gwisdek.

Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen von unserem Preisträger – für Andreas Dresens „Nachtgestalten“ erhielt er im Jahr 2000 den Ernst-Lubitsch-Preis für seine darstellerische Leistung.

Wir werden den „Kundschafter des Friedens“, den lustigen, den tiefgründigen, den unvergleichlichen und einzigartigen Michael Gwisdek ehren und vermissen.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Der Club der Filmjournalisten e.V. trauert um einen der ganz großen Komödianten Deutschlands. Karl Dall (Foto: Mitte), der so gerne auch nochmal „was Seriöses“ gespielt hätte und sich gerade in Dreharbeiten befand, ist am 23. November mit 79 Jahren gestorben. Er hat sich von den Folgen eines Schlaganfalls nicht mehr erholt.

Für den Ernst Lubitsch Preis spielte er zwei Mal eine tragende Rolle: 1968 wirkte er im Ernst-Lubitsch-Preis-gekrönten „Quartett im Bett“ von Ulrich Schamoni mit und erst 2019 hielt er eine launige Laudatio auf unsere Preisträger Bjarne Mädel und Lars Eidinger. Wir werden Karl Dall vermissen und für immer ehren.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Henrik Jordan, seit vielen Jahren dem Club der Filmjournalisten eng verbunden und seit 2017 Mitglied, ist am 31. Dezember 2020 in den Vormittagsstunden verstorben. Wir kannten ihn als liebenswerten, gutgelaunten, hilfsbereiten und immer interessierten Menschen, der vor allem für unsere After-Show-Partys nach der Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises verantwortlich war. Wenn er auflegte, dann bebte die Tanzfläche.

Henrik war DJ und Fotograf, er liebte Filme und die Musik. Seine Partys waren legendär, seine Freunde waren ihm das Wichtigste. Sein Gespür für Musik und Menschen führte immer dazu, dass jeder tanzte und sich wohlfühlte. Und alle dachten, es würde immer so weitergehen …
Leider wurde er viel zu früh aus dem Leben gerissen. Wir werden unseren Freund schrecklich vermissen und nie vergessen!

Im Namen aller Mitglieder, der Vorstand
Dr. Martin Krug . Sabine Oelmann . Markus Tschiedert