Katharina Thalbach

Preisträgerin 2020

Der CLUB DER FILMJOURNALISTEN BERLIN e.V. zeichnet am 29. Januar 2020 eine der ganz großen deutschen Schauspielerinnen aus. Katharina Thalbach, die erstmals im Alter von vier Jahren vor der Filmkamera stand, wird für ihre Rolle der Maria Wartberg in der Musicaladaption „Ich war noch niemals in New York“ geehrt. Die Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises erfolgt im Rahmen einer Gala in Anwesenheit der Künstlerin im Babylon. 

Es ist den Mitgliedern des CLUBS DER FILMJOURNALISTEN nicht schwergefallen, die beste komödiantische Leistung in einer deutschsprachigen Kinokomödie zu bestimmen. Mit überwältigender Mehrheit fiel die Wahl auf Katharina Thalbach für ihre Rolle in „Ich war noch niemals in New York“ nach dem gleichnamigen Bühnen-Musical mit einer Ansammlung der besten Songs von Udo Jürgens. Katharina Thalbach versteht es nun schon seit vielen Jahren, ihr Publikum zu begeistern. Ernste Rollen wie die der Maria aus Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“ liegen ihr dabei genauso wie komische Auftritte etwa in Leander Haußmanns „Hai-Alarm am Müggelsee“ oder in Til Schweigers „Honig im Kopf“. In einer hinreißenden Hauptrolle erlebt man die gebürtige Berlinerin gerade in „Ich war noch niemals in New York“, wofür ihr der Ernst-Lubitsch-Preis zugesprochen wird. 

„Die Verwandlung einer vereinsamten Hausfrau zu einer blinden Passagierin, die auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff wachgeküsst wird, meistert Katharina Thalbach dabei aus dem Handgelenk. Wenn sie dann als frischverliebte Maria Wartberg singt, lacht und tanzt, strahlt sie dabei so viel Lebensenergie und Frohsinn aus, dass sich das bis in die letzten Reihen eines Kinosaals überträgt. Dass ein Lubitsch-Preis auch immer ein Lebenspreis ist, den Künstler nur einmal in ihrer Karriere erhalten können, muss diesmal besonders erwähnt werden. Denn in den letzten Jahren hat die Schauspielerin ihr komödiantisches Können in noch so kleinen Nebenrollen immer wieder unter Beweis stellen können“, so die Begründung des Clubs der Filmjournalisten.

Bevor Katharina Thalbach für ihre komödiantische Darbietung in dem Musical „Ich war noch niemals in New York“ am 29. Januar 2020 im Babylon der Ernst-Lubitsch-Preis überreicht wird, würdigt der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. einen der größten Schauspieler des deutschen Films: Mario Adorf! Er bekam den Ernst-Lubitsch-Preis bereits 1974 für seine Rolle in Edgar Reitzs „Die Reise nach Wien“.

 Mario Adorf, der am 8. September 2020 seinen 90. Geburtstag feiert, absolvierte seinen ersten Filmauftritt 1954 in „08/15“. Zum Durchbruch verhalf ihm 1957 die Rolle des vermeintlichen Massenmörders Bruno Lüdke in „Nachts, wenn der Teufel kam“, wofür er in der Kategorie ‚Bester Nachwuchsschauspieler‘ mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde. Bis heute hat Mario Adorf sein schauspielerisches Talent in so unterschiedlichen Filmen wie „Schachnovelle“ (1960), „Winnetou“ (1963), „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975), „Kir Royal“ (1986), „Der große Belheim“ (1993) und „Karl Marx – der deutsche Prophet“ (2018) immer wieder unter Beweis gestellt. Auch international ist er früh ein gefragter Star geworden. So spielte er an der Seite von Henry Fonda in „Spione unter sich“ (1965), neben Sean Connery in „Das rote Zelt“ (1969) und unter der Regie von Billy Wilder in „Fedora“ (1978).

Komödiantisches Können zeigte der Schauspieler schließlich in „Die Reise nach Wien“, wofür er am 28. Januar 1974 mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet wurde. Für sein langjähriges Schaffen und für seine inspirierende Kraft bedankt sich der Club der Filmjournalisten am 29. Januar 2020 mit Ausschnitten aus seinen besten Filmen und einem Gespräch vor den Gästen der diesjährigen Preisverleihung.