Ernst Lubitsch Preis - Ernst Lubitsch Preis
Foto: David Heerde

Simon Verhoeven

Ernst-Lubitsch-Preisträger 2021

Der CLUB DER FILMJOURNALISTEN BERLIN e.V. hat Simon Verhoeven am 28. September 2021 in der Astor Film Lounge mit dem Ernst-Lubitsch-Preis 2021  für die beste komödiantische Leistung in einem deutschsprachigen Kinofilm ausgezeichnet.

Der Regisseur, Produzent, Musiker, Drehbuchautor und Schauspieler wurde für seine Komödie „Nightlife“ geehrt, die am 13. Februar 2020 in die Kinos kam und auf Anhieb ein großes Publikum begeisterte.

Mario Adorf, Ernst-Lubitsch-Preisträger 1974 („Reise nach Wien“), kam extra aus Südfrankreich angereist, um Simon Verhoeven den Preis zu überreichen.

Zu den Gästen der Gala-Veranstaltung gehörten u.a. die „Nightlife“-Stars Palina Rojinski und Frederick Lau sowie Stefan Jürgens, Florian David Fitz, Ursela Monn (Ernst-Lubitsch-Preisträgerin 1985 für „Einmal Ku’damm und zurück“) und Senta Berger und Dr. Michael Verhoeven, die Eltern des Preisträgers.

 

 

 

Liebe Freunde des Ernst-Lubitsch-Preises,

der Vorstand des Clubs der Filmjournalisten Berlin e.V. möchte Stellung beziehen in einer Zeit, in der wir und unsere Mitglieder mit großer Sorge den sich schleichend wieder aufkeimenden und sich ausbreitenden Antisemitismus wahrnehmen. Und das nicht nur in unserem Land.

Ernst Lubitsch, dem zu Ehren seit 62 Jahren der nach ihm benannte Preis verliehen wird, war ein Deutscher, ein Berliner, ein Jude und einer der bedeutendsten Regisseure der Welt. Er war kein Verfolgter des NS-Regimes, weil er bereits 1922 nach Hollywood emigrierte, aber er drehte 1942 mit „To Be or Not to Be“ die wohl kühnste, weil auch komischste Abrechnung mit Hitler und seinen Schergen.

Dass die Nazis Millionen von Menschen vertrieben oder ermordeten, hat Deutschland damals – auch künstlerisch – arm gemacht. Mit der Eliminierung jüdischer Kunst und des einzigartigen jüdischen Humors wurde unserem Land und seinen Bewohnern etwas genommen, was maßgeblich dazu beigetragen hatte, dieses Land und seine Bewohner zu charakterisieren, zu profilieren.

Um diese Wunde in der Nachkriegszeit zu heilen, hat der großartige Regisseur Billy Wilder, selbst Jude, 1957 die Idee zum Ernst-Lubitsch-Preis gehabt. Denn der Humor ist eine starke Waffe, um gegen Menschenverachtung und Extremismus anzukämpfen. In einem Land ohne jüdische Kultur, ohne jüdischen Humor wäre es einfach nur traurig, da möchte man nicht leben.

Auch deshalb hat der Ernst-Lubitsch-Preis eine so große Bedeutung für die Kino-Landschaft und die Kultur im Allgemeinen. Er ist nicht nur ein Lebenspreis für das komödiantische Können hervorragender Künstler, sondern auch ein Zeichen der Aussöhnung und der Erinnerung, dass Menschen gut daran tun, gemeinsam zu lachen.

Freuen Sie sich mit uns auf den Ernst-Lubitsch-Preis 2021 und bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Der Club der Filmjournalisten Berlin e.V. verneigt sich traurig und dankbar vor einem der ganz großen deutschen Schauspieler: Michael Gwisdek.

Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen von unserem Preisträger – für Andreas Dresens „Nachtgestalten“ erhielt er im Jahr 2000 den Ernst-Lubitsch-Preis für seine darstellerische Leistung.

Wir werden den „Kundschafter des Friedens“, den lustigen, den tiefgründigen, den unvergleichlichen und einzigartigen Michael Gwisdek ehren und vermissen.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Der Club der Filmjournalisten e.V. trauert um einen der ganz großen Komödianten Deutschlands. Karl Dall (Foto: Mitte), der so gerne auch nochmal „was Seriöses“ gespielt hätte und sich gerade in Dreharbeiten befand, ist am 23. November mit 79 Jahren gestorben. Er hat sich von den Folgen eines Schlaganfalls nicht mehr erholt.

Für den Ernst Lubitsch Preis spielte er zwei Mal eine tragende Rolle: 1968 wirkte er im Ernst-Lubitsch-Preis-gekrönten „Quartett im Bett“ von Ulrich Schamoni mit und erst 2019 hielt er eine launige Laudatio auf unsere Preisträger Bjarne Mädel (Foto links) und Lars Eidinger (Foto rechts). Wir werden Karl Dall vermissen und für immer ehren.

Der Vorstand
Dr. Martin Krug   .   Sabine Oelmann   .   Markus Tschiedert

Henrik Jordan, seit vielen Jahren dem Club der Filmjournalisten eng verbunden und seit 2017 Mitglied, ist am 31. Dezember 2020 in den Vormittagsstunden verstorben. Wir kannten ihn als liebenswerten, gutgelaunten, hilfsbereiten und immer interessierten Menschen, der vor allem für unsere After-Show-Partys nach der Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises verantwortlich war. Wenn er auflegte, dann bebte die Tanzfläche.

Henrik war DJ und Fotograf, er liebte Filme und die Musik. Seine Partys waren legendär, seine Freunde waren ihm das Wichtigste. Sein Gespür für Musik und Menschen führte immer dazu, dass jeder tanzte und sich wohlfühlte. Und alle dachten, es würde immer so weitergehen …
Leider wurde er viel zu früh aus dem Leben gerissen. Wir werden unseren Freund schrecklich vermissen und nie vergessen!

Im Namen aller Mitglieder, der Vorstand
Dr. Martin Krug . Sabine Oelmann . Markus Tschiedert