© Markus Tschiedert

Mel Brooks (Ehrenauszeichnung)

Mel Brooks ist der einzige Filmemacher, dem es je gelungen ist, eine Satire über den deutschen Nationalsozialismus zu drehen, die sich sowohl mit Charles Chaplins „Der große Diktator“ (1940) als auch mit Ernst Lubitschs „Sein oder Nichtsein“ (1942) messen kann. „The Producers“ entstand 1967, kam aber erst 1976 unter dem Titel „Frühling für Hitler“ in die westdeutschen Kinos. Zuvor schien eine Komödie über Nazis zu brisant für die noch junge Bundesrepublik gewesen zu sein. Wie schnell man mit einer Hitler-Parodie scheitern kann, bewiesen zuletzt gerade deutschsprachige Regisseure, die sich an ihren Versuchen allesamt die Zähne ausbissen.

Dabei kommt auch stets die berechtigte Frage auf, ob angesichts der unzähligen Opfer und der historischen Schwere eine komödiantische Auseinandersetzung mit dem deutschen Nationalsozialismus überhaupt erlaubt sei. Dazu Mel Brooks: „In Deutschland muss Hitler ein großes Thema bleiben, woanders wird er als Person weniger wichtig genommen. Grundsätzlich denke ich, dass in einer Komödie alles erlaubt sein sollte, aber ich hätte mir nie vorstellen können, eine Komödie im Konzentrationslager spielen zu lassen.“

Für das Originaldrehbuch zu „The Producers“ bekam Brooks den Oscar. Kinoerfolge feierte der am 28. Juni 1928 in Brooklyn, New York, geborene Komiker aber vor allem mit Filmparodien wie „Frankenstein Junior“, „Silent Movie“ (1976), „Höhenkoller (1977) oder „Spaceballs (1987). Oftmals spielte er mit, nur einmal überließ er die Regie Alan Johnson, und zwar als er sich 1983 an das Remake von Lubitschs „Sein oder Nichtsein“ mit sich selbst in der Hauptrolle wagte.

Aufgrund seines starken Engagements für sein Vorbild Ernst Lubitsch wurde Mel Brooks als ersten und einzigen US-Amerikaner 2009 ehrenhalber der Ernst-Lubitsch-Preis zuerkannt. Die Verleihung fand zur deutschen Uraufführung des Musicals „The Producers“ (basierend auf den gleichnamigen Film von 1967) am 17. Mai 2009 im Berliner Admiralspalast statt. Brooks konnte selbst nicht anreisen. Stellvertretend nahm sein langjähriger Co-Autor Thomas Meehan den Preis entgegen.

© Studiocanal